Schalom Israel

Dienstag, 13.10.2015
Das Schiff legte um 11.00 Uhr im Hafen von Haifa an. Seitdem wartet wie verabredet Chaim Ronen am Gate 10 auf mich. Die Grenzkontollen lassen mich aber erst um 17.00 Uhr frei. Armer Chaim!

Chaim ist Israeli und wohnt mit seiner Frau in Tel Aviv. Beim Motorradhaus Ebert in Höchberg bei Würzburg hat er im letzten Jahr eine BMW 1.200 GS gekauft und Christian Ebert gab mir seine Adresse, weil ich in Tel Aviv meine Reifen wechseln will. Chaim hat mir per email spontan seine Hilfe angeboten und so ist er an diesem Morgen von Tel Aviv nach Haifa gekommen, um mich abzuholen. Dass er bis 17.00 Uhr am Gate 10 auf mich warten musste, tut mir immer noch sehr leid. An meinem zu spät kommen waren Druckerprobleme im Security-Office schuld. Vier Stunden hat man versucht mir ein Dokument auszudrucken. Als es dann endlich gelang, war es schon so spät, dass der letzte Ämtergang kurz vor Feierabend fast geplatzt wäre. Ich suchte mir schon mal ein Platz fürs Zelt im Hafen.

Irgendwie habe ich es dann doch noch geschafft, vor Büroschluss alle erforderlichen bürokratischen Hürden zu meistern. Chaim war die ganze Zeit die Ruhe in Person – ganz im Gegenteil zu mir. Wir sind nach einem kurzen herzlichen „Grüß Gott“ auf unseren Maschinen nach Haifa geschürt. In Israel fährt man anders als bei uns. Schneller und offensiver, aber nicht riskanter. Es scheint wohl ein stilles Commitment mit der Polizei zu geben. In Tel Aviv gibt Chaim super leckere Falafel aus und gemeinsam mit seiner Frau Orith haben wir einen sehr schönen und interessanten Abend, mit gutem Gespräch und leckeren Cookies (Oriths Cookies are the best). Am nächsten Morgen lasse ich dann die Reifen wechseln.

Profil von der Seite

Ich habe mich für Heidenau-Reifen entschieden, obwohl böse Zungen behaupten: „Die können nix, das aber 20.000 km lang. Also sollten sie bis Cape Town halten. Chaim bringt mich zu seiner Werkstatt.

Alex u. Alex

„Alex&Alex“ ist fast so gut wie der Ebert in Höchberg. Alex berechnet mir nur das Material. Ich habe mal wieder einen Glückstag! Außerdem lerne ich gute Biker bei ihm kennen. Einer von ihnen, Eran Less, empfiehlt mir ein Hostel in Eilat, in dem ich an diesem Abend auch übernachten werde.

Der herzliche Abschied von den beiden neuen Freunden Orith und Chaim ist für mich der Start nach Eilat, in den Süden von Israel.

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Überhaupt sind die Israelis sehr freundlich und hilfsbereit zu mir. Tolle Menschen und das, was ich auf der weiteren Fahrt in den Süden vom Land sehe und erfahre, ist sehr beeindruckend. Auf dem Highway Nr. 6 runter auf die 40. Bei Mitzpe Ramon, dem zentralen Ort in der Negev-Wüste, stehe ich vor einem riesigen Krater. Heiß, sandig, kein Ende in Sicht – da müssen wir jetzt durch!

Mit der Wüstenlandschaft werde ich für die nächsten Tage eingestimmt. Das cruisen durch diese karge Gegend hat etwas ganz Besonderes. Mein Bewusstsein unterm Helm schaltet auf den Modus „down to earth“.

Leider habe ich mich mal wieder mit meiner Tankfüllung verspekuliert. Bevor ich es jedoch diesmal aufs Äußerste ankommen lasse, gehe ich auf Nummer sicher und bitte um Hilfe. Das ist kein Problem, weil mich plötzlich drei Autofahrer, die ich an einem Rastplatz anspreche zur nächsten Tankstelle begleiten. Diese Hilfsbereitschaft grenzt fast an ein Helfersyndrom. Auf dem kürzesten Weg begleiten sie mich zur nächsten Tanke. Ich versäume dadurch die Straße Nr. 12, die wohl aus den Bergen mit einigen Kurven und schöner Aussicht hinunter nach Eilat führt. Selbst Schuld! Aber wenigstens nicht ohne Sprit liegen geblieben! Kurz nach Sonnenuntergang komme ich im von Eran Less empfohlenen Hostel in Eilat an. Das erste Bier wird absorbiert. Ruth, die Hausdame hilft mir eine Waschmaschine zu füllen. Den Rest machen dann zum Glück die Maschine und der Open-Air-Trockner.

PS: Mit meiner Frau möchte ich sehr gerne mal einige Wochen durch Israel reisen. Land und Leute sind beeindruckend. Ich hoffe, ich sehe meine Freunde Orith und Chaim sowie Israel bald wieder. Schalom Israel!

2 Gedanken zu „Schalom Israel

  1. Hallo Dieter
    Hatte 1979 in Lybien ein ähnliches „Tankerlebnis “ allerdings mit Ehefrau und Baby im Auto. Auch damals hat uns die Hilfsbereitschaft eines Lybiers vor Schlimmerem bewahrt.
    Danach habe ich in all den Jahren(~ 20) in der Wüste beim Fahren über Land immer folgende Regel beherzigt:
    – suche eine Tankstelle sobald der Tank halb voll ist
    – findest du innerhalb 50 km Keine fahr zur letzten Tankstelle wo du getankt hast zurück
    – bei “ benzinschonender“ Fahrweise solltest du diese sicher erreichen!!

    Alles Gute und viel Glück auf der Reise

    Günter

    1. Danke, für die Tipps lieber Günter. So mache ich das jetzt. Habe jetzt auch einen kleinen Kanister als Reserve an Bord. Bin gerade in Karthoum. Bis auf die korrupten Grenzbeamte am Ägyptischen Zoll läuft alles rund. Schöne Grüße, Dieter

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